Cannabis-LegalisierungWo Kiffen weiter verboten sein soll

Der Konsum von Cannabis wird legal. Allerdings darf nicht einfach überall in der Öffentlichkeit gekifft werden. Die Karte zeigt, welche Verbotszonen sich aus Cannabis-Gesetz ergeben.

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Kiffen wird ab 1. April 2024 legal in Deutschland. Das hat der Bundestag am 23. Februar mit großer Mehrheit besschlossen. Wer sich dann aber völlig legal in der Öffentlichkeit einen Joint anzünden will, muss möglichweise lange ein Plätzchen dafür suchen. Denn das von der Ampel eingebrachte Gesetz enthält Regelungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die den öffentlichen Konsum von Cannabis in vielen Gegenden untersagen sollen:

Cannabis-Gesetz: Jugendschutz führt zu riesigen Verbotszonen

In dem ursprünglich im August 2023 eingebrachten Gesetzentwurf waren noch strengere Regeln geplant. Die Ampel-Parteien hatten sich aber Ende November auf Entschärfungen geeinigt: So wurde die Tabuzone für den Cannabis-Konsum rund um Kitas, Spielplätze oder Schulen wird von 200 auf 100 Meter verkleinert.

Insbesondere in Großstädten ergeben sich aber immer noch durch die Überschneidungen der einzelnen Jugendschutzgebiete großflächige Verbotszonen, die ganze Stadteile umfassen können. Die Karte zeigt, wie groß diese Gebiete wären (orange Fläche), wenn allein nur Daten des freien Kartenprojekts Open Street Map (OSM) zu Schulen, Kitas, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Spiel- und Sportplätzen berücksichtigt werden. Dabei sind diese Angaben nicht für jede Gegend vollständig, und Fußgängerzonen werden noch nicht einmal betrachtet.

Je urbaner, desto größer und zusammenhängender sind diese No-Go-Gebiete für den Cannabis-Konsum: Berliner Kiffer würden innerhalb der City am ehesten in den großen Parks oder entlang der Spree auf Nummer sicher gehen, Hamburger an der Alster Wasser oder südlich der Elbe. Generell wird es schwer, in Deutschlands Stadtzentren legal zu kiffen – egal ob im dichtbesiedelten Ruhrgebiet, ob in Wolfsburg oder in Weimar.

Cannabis-Clubs engen Raum für Kiffer ein

Mit dem Button „Karte aktivieren“ oder der gezielte Ortssuche können Sie selbst die örtlichen Ausmaße des Gesetzes erkunden. Mit der Legalisierung, werden sich die Verbotszonen noch erweitern. Dann kämen ab Juli schrittweise noch die Gelände der sogenannten Anbauvereinigungen, auch bekannt als Cannabis-Clubs, hinzu – und ein 100-Meter-Schutzgürtel um sie herum.

Das verabschiedete Gesetz kommt voraussichtlich Ende März noch in den Bundesrat. Zustimmungsbedürftig ist es nicht, die Länderkammer könnte prinzipiell aber den Vermittlungsausschuss mit dem Bundestag anrufen und das Verfahren abbremsen. Die ursprünglichen Pläne wurden unter anderem von Verbänden aus Justiz, Polizei und Gesundheitswesen teils scharf kritisiert.

Anmerkung: Nach ersten Fertigsstellung unserer Karte sind/wurden wir auf eine Visualisierung gestoßen, die zu ähnlichen Ergebnissen kommt: die Bubatzkarte von Kowelenz.social, die hier nicht vorenthalten werden soll.



Quelle: Entwurf des Cannabis-Gesetzes und OSM-Daten.
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Berliner Morgenpost, 23.08.2023 (Update: 23.02.2024)
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