Impfmonitor

So wird in Deutschland gegen Corona geimpft

Der Impfmonitor zeigt, wie ganz Deutschland und die Bundesländer beim Impfen vorankommen, wie gut Risikogruppen bereits versorgt sind – und wie es im internationalen Vergleich aussieht.

 Menschen sind geimpft.

 der Menschen in Deutschland.

 wurden am 23.07. geimpft.

Zuletzt aktualisiert: 24.07.

Sie heißen Comirnaty, mRNA-1273 oder AZD1222 und sind die Hoffnung auf ein normales Leben mit unbeschwerten Café-Besuchen und vollen Veranstaltungen: die Impfstoffe gegen das Coronavirus. Seit dem 27. Dezember wird hierzulande geimpft. Es ist die größte Impfaktion, die es je in Deutschland gab. Das Ziel: zunächst der individuelle Schutz vor einer schweren Covid19-Erkrankung und schließlich die Ausbreitung des Virus weitgehend zu stoppen.

Wie viele Menschen durchgeimpft sein müssten, um die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, ist bei SARS-CoV-2 noch nicht abschließend erforscht. Schätzungen reichen mittlerweile bis zu mehr als 90 Prozent der Bevölkerung. Dann ginge die Pandemie vorbei. Nach einem holprigen Start hatte sich das Impftempo bis zum Sommer deutlich erhöht. Das schlug sich auch in der Entwicklung der Fallzahlen nieder, die der Coronavirus-Monitor zeigt. Mittlerweile ist das Tempo wieder etwas gedrosselt und reicht nicht aus, um die Delta-Variante des Virus einzudämmen.

Ganz Deutschland
Alle in Deutschland
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60%
70%
100%
1,0% Voller Impfschutz (1)
1,0% Bereits geimpft (1)
83,2 MioMenschen

Noch Tage bis zum Impfziel*

In den vergangenen sieben Tagen wurden im Durchschnitt 10.000 Impfdosen* verabreicht. Wenn in diesem Tempo weitergeimpft wird, wäre am 23.07.2021 das Impfziel erreicht. Das RKI hat seine empfohlene Impfquote für einen vollen Schutz insbesondere durch die ansteckendere Delta-Variante mittlerweile nach oben korrigiert.

Laut Impfverordnung gilt man 14 Tage nach dem zweiten Piks als voll geimpft. Beim Vakzin von Johnson & Johnson greift diese Regel bereits nach der ersten Impfung, da hier nur eine Dosis nötig ist. Mit den fortschreitenden Impfungen und der Freiluft-Saison hat sich im Sommer immerhin die Lage auf den Intensivstationen entspannt. Insbesondere bei Älteren sind durch Impfungen die Neuinfektionen deutlich gesunken, wie die Auswertung der Inzidenzen nach Alter zeigt.

Wie Jüngere und Ältere bereits vor Corona geschützt sind

Anteil geimpfter Menschen nach Altersgruppen im Bundesländervergleich, Quelle: RKI, Stand: 24.07.
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  • Voller Impfschutz
  • Erste Impfung

Dass es nicht gleich genügend Impfstoffe für alle geben wird, war von Anfang an klar. Deshalb hat die Ständige Impfkommission (Stiko) empfohlen, Ältere beim Impfschutz vorzuziehen - insbesondere Bewohner*innen von Alten- und Pflegeheimen. Im Verlauf der Pandemie waren Sie bis zur dritten Welle besonders gefährdet. Die Impfstoffe kamen für Sie rechtzeitig. Anfang April waren dort die Impfungen weitgehend abgeschlossen. Nach Ostern wurden zunehmend die jüngeren Jahrgänge, ab 60 Jahren, ohne Vorerkrankungen oder berufliche Priorisierung geimpft. Nun sind die Priorisierungen komplett aufgehoben.

Impfkalender

Vom RKI gemeldete Impfungen pro Tag und Kalenderwoche seit Jahresbeginn in ganz Deutschland, Stand: 24.07.
MoDiMiDoFrSaSo
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Kalenderwochen
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April
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Juni
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Juli
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August
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September
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Das große Impfen war in Deutschland schleppend angelaufen – und die Impfstrategie der EU-Länder und ihrer Regierungen stand in der Kritik: Zu wenig Impfstoff zum Start, zu späte Bestellung und Zulassung, zu schlechte Vorbereitung, zu knausrig beim Einkauf, lauteten die Vorwürfe. Aber Deutschland hat kräftig aufgeholt - besonders seit der Woche nach Ostern, seitdem auch die Hausärzte mit dabei sein dürfen. Bereits am 28. April wurden erstmals mehr als eine Million Menschen in Deutschland an einem Tag geimpft.

Mitte Juli hatte fast jede*r Zweite hierzulande einen vollen Impfschutz. Am Impfstoffmangel soll es nun nicht mehr scheitern, verspricht der Bund. Wurden in Deutschland bis Ende März rund 20 Millionen Impfdosen geliefert, waren es Mitte Juli bereits mehr als 100 Millionen. Allein im dritten Quartal sollen laut Lieferprognose des Bundesgesundheitsministeriums noch einmal mehr als 100 Millionen Impfdosen anrollen. Liefertermine könnten aber immer noch wackeln, heißt es.

Welcher Impfstoff in den Bundesländern noch übrig ist

Noch nicht verabreichte Impfdosen pro Bundesland und Hersteller, Quellen: RKI (Impfungen), BGM (Lieferungen)
Gesamt
Biontech
Moderna
A. Z.
J. J.
Baden-Württemberg ( geliefert)
Bayern ( geliefert)
Berlin ( geliefert)
Brandenburg ( geliefert)
Bremen ( geliefert)
Hamburg ( geliefert)
Hessen ( geliefert)
Mecklenburg-Vorpommern ( geliefert)
Niedersachsen ( geliefert)
Nordrhein-Westfalen ( geliefert)
Rheinland-Pfalz ( geliefert)
Saarland ( geliefert)
Sachsen ( geliefert)
Sachsen-Anhalt ( geliefert)
Schleswig-Holstein ( geliefert)
Thüringen ( geliefert)

Die Bundesländer haben bis einschließlich d. MMMM insgesamt rund 0,0 Millionen Impfdosen geliefert bekommen. Hinzu kommen weitere 0,0 Millionen Dosen für Einrichtungen auf Bundesebene. In den Ländern wurde bis dahin 0,0 Millionen Mal geimpft (NaN Prozent). Damit waren dort zu diesem Zeitpunkt noch 0,0 Millionen Dosen übrig - rein rechnerisch genug für einen vollen Impfschutz von 0,0 Millionen Menschen (0,0 Prozent der Bevölkerung). Anfangs haben die Bundesländer noch streng eine Reserve für eine zweite Impfung bereit gehalten. Mit mehr Impfstofflieferungen ist diese Vorratshaltung aber nicht mehr zwingend nötig.

Nach Berichten über Probleme mit dem Mittel von Astrazeneca und weiteren Prüfungen durch die Arzneimittelbehörden blieb der Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns oft im Kühlschrank liegen. Ähnlich verhält es sich mit dem Vakzin von Johnson & Johnson. Beide Impfstoffe stoßen auf ein großes Misstrauen bei eigentlich Impfwilligen. Gegen das schlechte Image müssen vor allem Hausärzte weiter ankämpfen.

Der Impffortschritt weltweit - und was wo verimpft wird

Die Karte zeigt die Anzahl verabreichten Impfdosen pro 100 Einwohner*innen im internationalen Vergleich und welche Impfstoffe in den Ländern im Einsatz sind, Quelle: Our world in data
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Nirgendwo wurde Anfang des Jahres schneller geimpft als in Israel, bereits Ende März hatten mehr als 60 Prozent der Einwohner*innen den ersten Impfschutz. Ein zeitiger Einkauf und ein stark digitalisiertes Gesundheitswesen machen es möglich. Doch mit neun Millionen Einwohner*innen ist Israel vergleichsweise klein. Deutschland hat im internationalen Vergleich kräftig aufgeholt. Schon Anfang Mai hatten hierzulande in absoluten Zahlen fünfmal so viele Menschen ihre Erstimpfung wie in Israel. Geimpft wird in den reicheren Ländern, dagegen bleibt Afrika vorerst vielerorts noch ein weißer Fleck.

Mit der fortschreitenden Pandemie beschleunigte sich auch das weltweite Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Russland hat als erstes Land der Welt bereits im August 2020 „Sputnik V“ zur breiten Anwendung zugelassen – begleitet von Kritik am abgekürzten Zulassungsverfahren. Ende 2020 bekam schließlich Comirnaty von Biontech/Pfizer die erste Zulassung nach westlichen Standards. Auch China und Indien hatten früh eigene Vakzine am Start. Und weitere werden folgen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO listete Mitte Juli 2021 insgesamt 292 Impfstoff-Projekte weltweit auf.

Mehr Tempo beim Impfen nötig wegen Delta

Das Impfen ist im Sommer weltweit zu einem Wettlauf gegen die sich ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus geworden. Delta weckt auch in Deutschland Angst vor einer vierten Welle. Denn der Impffortschritt hat sich im Sommer deutlich verlangsamt: Impftermine werden abgesagt. Die Zentren leeren sich, einige werden wegen zu geringer Nachfrage geschlossen. Und die Zulassung eines Impfstoffs für Kinder unter 12 Jahren ist noch nicht in Sicht. Doch Erwachsene können sich mittlerweile fast überall impfen lassen.

Waren rund 430 Impfzentren zunächst die einzigen Anlaufstellen, kamen Anfang April die ärztlichen Praxen dazu. Nun impfen auch längst Betriebsärzte. Außerdem gibt es immer mehr mobile Impfteams – und andere Möglichkeiten: Bremen impft ausländische Seeleute direkt an ihren Schiffen. In Thüringen kann man sich in Sonneberg mit der Spritze eine Bratwurst abholen. In Berlin gibt es Drive-In- oder Walk-In-Impfungen an einer Ikea-Filiale. Vielerorts kann man nun auch spontan in Impfzentren - ohne Termin - eine Spritze bekommen.


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