Sie heißen Comirnaty, mRNA-1273 oder AZD1222 und sind die Hoffnung auf ein normales Leben mit unbeschwerten Café-Besuchen und vollen Veranstaltungen: die Impfstoffe gegen das Coronavirus. Seit dem 27. Dezember wird hierzulande geimpft. Es ist die größte Impfaktion, die es je in Deutschland gab. Das Ziel: zunächst der individuelle Schutz vor einer schweren Covid19-Erkrankung und schließlich die Ausbreitung des Virus weitgehend zu stoppen.
Wie viele Menschen durchgeimpft sein müssten, um die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, ist bei SARS-CoV-2 noch nicht abschließend erforscht. Schätzungen reichen von 60 bis 85 Prozent der Bevölkerung. Dann ginge die Pandemie vorbei.
In den vergangenen sieben Tagen wurden im Durchschnitt 10.000 Impfdosen verabreicht. Wenn in diesem Tempo weitergeimpft wird, wären am 11.05.2021 rund 70 Prozent aller Einwohner*innen geimpft.
Nach einem holprigen Start hat sich das Impftempo mittlerweile deutlich erhöht. Mit einer größeren Verfügbarkeit der Impfstoffe dürfte es weiter anziehen, zumal weitere Zulassungen erwartet werden. Zunächst wurde bei jeder Erstimpfung noch eine zweite Dosis zurückgehalten. Für einen vollständigen Schutz einzelner sind mit den bislang zugelassenen Produkten zwei Injektionen nötig. Mit dem Vakzin von Johnson & Johnson, das im März in der EU zugelassen wurde, ist nur noch ein Pieks nötig. Nach Produktionsproblemen mit dem Mittel von Astrazeneca und weiteren Überprüfungen durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA wird es mittlerweile auch in deutschen Impfzentren verabreicht.
Dass es nicht gleich genügend Impfstoffe für alle geben wird, war von Anfang an klar. Deshalb hat die Ständige Impfkommission (Stiko) empfohlen, Ältere beim Impfschutz vorzuziehen - insbesondere Bewohner*innen von Alten- und Pflegeheimen. Anfang April waren dort die Impfungen weitgehend abgeschlossen. Seit Ostern werden zunehmend die jüngeren Jahrgänge, ab 60 Jahren, ohne Vorerkrankungen oder berufliche Priorisierung geimpft. Im Juni soll jegliche Priorisierung aufgehoben werden.
Das große Impfen ist in Deutschland schleppend angelaufen – und die Impfstrategie der EU-Länder und ihrer Regierungen war in der Kritik: Zu wenig Impfstoff, zu späte Bestellung und Zulassung, zu schlechte Vorbereitung, zu knausrig beim Einkauf, lauten die Vorwürfe. Anfang Mai herrschte immer noch Impfstoffmangel. Aber Deutschland hat kräftig aufgeholt - besonders seit der Woche nach Ostern, seitdem auch die Hausärzte mit dabei sein dürfen.
Bereits am 28. April wurden erstmals mehr als eine Million Menschen in Deutschland an einem Tag geimpft. Am Impfstoffmangel soll es künftig nicht scheitern, verspricht der Bund. Im Laufe des Jahres soll es deutlich mehr Lieferungen geben: Wurden in Deutschland bis Ende März rund 20 Millionen geliefert, sollen im zweiten Quartal laut Bundesgesundheitsministerium insgesamt 70 Millionen Dosen anrollen. Liefertermine können aber auch künftig wackeln.
Die Bundesländer haben bis einschließlich d. MMMM insgesamt rund 0,0 Millionen Impfdosen geliefert bekommen und bis dahin 0,0 Millionen Mal geimpft (NaN Prozent). Damit waren zu diesem Zeitpunkt noch 0,0 Millionen Dosen übrig - rein rechnerisch genug für einen vollen Impfschutz von 0,0 Millionen Menschen (0,0 Prozent der Bevölkerung). Anfangs haben die Bundesländer noch streng eine Reserve für eine zweite Impfung bereit gehalten. Mit mehr Impfstofflieferungen ist diese Vorratshaltung aber nicht mehr zwingend nötig.
Nach Berichten über Probleme mit dem Mittel von Astrazeneca und weiteren Prüfungen durch die Arzneimittelbehörden blieb der Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns im Kühlschrank liegen. Laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) sollen ihn nur noch über 60-Jährige erhalten - Jüngere nach Beratung mit dem Hausarzt. In die Praxen wird der Impfstoff nun bevorzugt geliefert. Doch die Hausärzte kämpfen gegen ein großes Misstrauen gegen das Vakzin.
Mit der fortschreitenden Pandemie beschleunigte sich auch das weltweite Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Russland hat als erstes Land der Welt bereits im August 2020 „Sputnik V“ zur breiten Anwendung zugelassen – begleitet von Kritik am abgekürzten Zulassungsverfahren. Ende 2020 bekam schließlich Comirnaty von Biontech/Pfizer die erste Zulassung nach westlichen Standards. Auch China und Indien haben längst eigene Vakzine am Start. Und weitere werden folgen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO listete Anfang Mai 2021 ingesamt 280 Impfstoff-Projekte weltweit auf.
Nirgendwo wurde Anfang des Jahres schneller geimpft als in Israel, bereits Ende März hatten mehr als 60 Prozent der Einwohner*innen den ersten Impfschutz. Ein zeitiger Einkauf und ein stark digitalisiertes Gesundheitswesen machen es möglich. Doch mit neun Millionen Einwohner*innen ist Israel vergleichsweise klein. Deutschland hat im internationalen Vergleich kräftig aufgeholt. Anfang Mai hatten hierzulande in absoluten Zahlen fünfmal so viele Menschen ihre Erstimpfung wie in Israel. Geimpft wird in den reicheren Ländern, dagegen bleibt Afrika vorerst noch ein weißer Fleck.
Noch heißt es in Deutschland: sich in die Warteschlange einreihen. Kerngesunde Menschen unter 60, die nicht in systemrelevanten Berufen arbeiten, müssen sich noch gedulden. Geimpft wird nach Priorität in drei Gruppen. Neben den Alten waren das zuerst Pflegekräfte und medizinisches Personal, welches einem besonders hohem Infektionsrisiko ausgesetzt ist, wie auf Intensivstationen oder in den Impfzentren.
Lehrer*innen an Grund- und Förderschulen und Erzieher*innen sind in Gruppe zwei. Sie waren zunächst in Gruppe drei, wurden aber mit der Änderung der zweiten Verordnung Ende Februar vorgezogen. Mit der zweiten Fassung der Impf-Verordnung waren bereits zuvor einige Risikogruppen in der Impfschlange vorgerückt. Das betrifft insbesondere Krebspatient*innen und Menschen mit anderen schweren Vorerkrankungen. Zudem können Schwangere und Pflegebedürftige seitdem zwei enge Kontaktpersonen benennen, die bevorzugt geimpft werden sollen.
Die Impfschlange zeigt nur die Reihenfolge, aber kein Terminband. Aber Gruppe vier - das Gros der Menschen ohne Impf-Priorität - soll schon im Juni dran sein. Ob wirklich alle Erwachsenen, wie versprochen, bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot bekommen, bleibt offen. Und auch die Kinder müssen sich noch gedulden. Immerhin wurden aber weltweit bereits Impfstoffe für 12- bis 15-Jährige zugelassen.
Waren die rund 430 Impfzentren zunächst die einzigen Anlaufstellen, so hat nach Ostern, am 7. April, auch das Impfen in Deutschlands Arztpraxen begonnen. Damit werden die vorhandenen Strukturen genutzt – auch bei der Verteilung: Der Impfstoff wird über die Apotheken an die Praxen geliefert, zunächst das Mittel von Biontech/Pfizer, nun Astrazeneca, später auch der Impfstoff von Johnson & Johnson. Seitdem die Hausärzte dabei sind, hat das Impfen an Fahrt aufgenommen.
Die Impfzentren bleiben weiter eine große Anlaufstelle. Die Impftermine für die Zentren für werden in den Bundesländern unterschiedlich vergeben. Über die zentrale Plattform der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sind nur Termine in Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt buchbar. In Bremen bekommen Impfberechtigte vorerst noch eine persönliche Einladung. Andere Bundesländer haben eigene Online-Buchungsplattformen.