Klicken oder tippen Sie hier, um die interaktive Anwendung zu nutzen
Zecken-Atlas

Wo sich Zecken in Deutschland festsaugen

Im Frühling und Herbst haben Zecken Hochsaison. Die interaktive Karte zeigt, wo das Risiko, nach einem Zeckenstich an FSME oder Borreliose zu erkranken, besonders hoch ist.

Fieber, Trägheit, Kopf- und Muskelschmerzen – im Frühling werden viele diese Symptome als verspätete Grippe deuten, sie vielleicht auch mit Heuschnupfen oder Frühjahrsmüdigkeit erklären. Sie könnten aber auch erste Anzeichen der von Zecken übertragbaren Krankheiten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose sein. Die interaktive Karte zeigt, wie viele der beiden Erkrankungen in den vergangenen fünf Jahren (2014-2018) an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet worden - und damit, in welchen Gegenden Deutschlands das Risiko am höchsten ist.

Insbesondere FSME kann in ernsten Fällen lebensbedrohlich werden. Nach wie vor besteht vor allem in Süddeutschland erhöhte Gefahr, sich durch einen Zeckenstich mit FSME-Viren zu infizieren. Doch das Virus breitet sich offensichtlich mit den Zecken in Richtung Norden aus. Erstmals ist nun mit dem Emsland ein Landkreis in Niedersachsen zum Risikogebiet erklärt worden - das bislang nördlichste. Diese offiziellen Risikogebiete sind schraffiert dargestellt. Vereinzelt kommen FSME-Infektionen aber auch außerhalb dieser Regionen vor, wie die Karte zeigt.

Während für FSME eine bundesweite Meldepflicht und damit ein gutes Bild über die Verbreitung besteht, werden Borreliose-Erkrankungen nur von neun Bundesländern gemeldet. Den Erreger können Zecken überall in Deutschland übertragen. Am höchsten ist die Gefahr laut der Zahlen im Osten des Landes - mit den meisten Fällen der letzten fünf Jahre in der sächsischen Schweiz und hohen Werten in Mecklenburg-Vorpommern sowie Brandenburg.

Wann ist mit Zecken zu rechnen?

Die in der Bundesrepublik häufigste Zeckenart, der gemeine Holzbock, ist schon ab Temperaturen von etwa 8 Grad aktiv und wartet an Grashalmen und Gebüschen darauf, sich an vorbeistreifenden Menschen und Tieren festzuklammern. Vor allem das Frühjahr und der Herbst gelten als Hochsaison. Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden laut Robert Koch-Institut (RKI) aus den Bundesländern, die Borreliosefälle erfassen – alle ostdeutschen Länder, Bayern, Rheinland-Pfalz und das Saarland – 497 Patienten gemeldet. 2018 waren in den neun Bundesländern 13.349 Menschen betroffen.

Bei der deutschlandweit meldepflichtigen FSME gab es 2019 bis Ende März zehn Fälle. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 584, „die meisten je gemeldeten FSME-Fälle“, erklärt RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. Ob dieses Jahr ähnlich extrem wird, sei unklar. „Solche Vorhersagen sind extrem unsicher. Auch milde oder harte Winter haben in der Vergangenheit wenig über die Zeckenaktivität verraten“, sagt Glasmacher. Wichtig sei, sich auch unabhängig von Prognosen immer des potenziellen Risikos durch Zeckenstiche bewusst zu sein und sich entsprechend zu schützen.

Wie stecken Zecken Menschen an?

Bei weitem nicht alle Zecken in Deutschland sind automatisch Krankheitsüberträger. Ein Risiko sind vor allem solche Zecken, die sich zuvor beim Blutsaugen an Wildtieren wie etwa Mäusen infiziert haben. Borreliose wird dabei von Bakterien ausgelöst, FSME von Viren. Beide können der Zecke selbst nichts anhaben.

„Bei FSME spielen Kleinnager vermutlich eine besonders große Rolle. Von Borreliose-Erregern gibt es viele unterschiedliche Stämme, die zum Teil auch in Vögeln oder Reptilien zu finden sind“, sagt Cornelia Silaghi, Leiterin des Instituts für Infektionsmedizin am Friedrich-Löffler-Institut (FLI), der für Tiergesundheit zuständigen Bundesbehörde.

FSME-infizierte Zecken sind vor allem in Süddeutschland, in Teilen von Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, Sachsen und dem Saarland. Aber der Norden bleibt nicht von FSME verschont - wie das neu erklärte Risikogebiet im Emsland.

In solchen Risikogebieten tragen laut RKI etwa fünf Prozent der Tiere die Viren in sich. Mit Borreliose-Bakterien infizierte Zecken sind häufiger etwa in Brandenburg, Sachsen und Bayern unterwegs, bis zu 30 Prozent transportieren die Keime. Meist wird von einem Zeckenbiss gesprochen. Doch Zecken stechen eigentlich, saugen sich hartnäckig fest - und können so die Erreger an Menschen weitergeben.

Wie gefährlich sind Borreliose und FSME?

„Borreliose-Bakterien sitzen vor allem im Darm der Zecken“, sagt Glasmacher. Bis diese von dort in die Beißwerkzeuge gewandert sind, vergehen mehrere Stunden. „Wer die Zecke rechtzeitig entfernt, kann eine Infektion oft noch verhindern“, erklärt die RKI-Expertin. Nur ein kleiner Teil der Menschen, die sich mit Borreliose infizieren, erkranken auch – laut RKI sind es nur bis zu 1,4 Prozent.

Bei ihnen macht sich die Infektion meist zunächst durch eine ringförmige Rötung um den Zeckenstich bemerkbar. Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Müdigkeit können folgen. Greifen die Bakterien das Nervensystem an, kann es zu brennenden Nervenschmerzen, Taubheitsgefühlen, Seh- und Hörstörungen kommen. „Borreliose lässt sich zum Glück gut mit Antibiotika behandeln“, sagt Glasmacher. „Passiert das allerdings nicht, kann als Spätfolge eine Gelenkentzündung auftreten, die oft das Knie betrifft.“

FSME-Viren werden anders als Borreliose-Erreger sofort beim Zeckenstich übertragen. „Sie warten in den Speicheldrüsen auf ihren Einsatz“, erklärt Silaghi. Um unbemerkt saugen zu können, injiziere die Zecke schmerzstillende Stoffe mit ihrem Speichel, mit dem dann auch die Viren im Blut der Opfer landen.

Gegen FSME gibt es bislang keine Medikamente. Allerdings zeigen auch nicht alle Infizierten Symptome. Diese können noch bis zu 20 Tage nach dem Stich mit Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber beginnen. Das Fieber steigt bei solchen Infizierten, die Symptome zeigen in einer zweiten Welle oft nochmals an. Dann kann es zu ersten Anzeichen der Hirnhautentzündung kommen, etwa Erbrechen oder – in einigen Fällen – Bewusstseinsstörungen und Lähmungen, schlimmstenfalls der Atmung.

Was ist der beste Schutz?

Gegen FSME empfiehlt die Ständige Impfkommission für alle, die in Risikogebieten leben oder dort hinreisen eine Schutzimpfung. Für den vollen Schutz wird der Wirkstoff in der Regel drei Mal innerhalb eines Jahres gespritzt, danach wird zu einer Auffrischung alle drei Jahre geraten. „Wer in Wald und Wiesen unterwegs ist, sollte außerdem am besten lange, helle Kleidung tragen, auf der man die Zecken sieht“, sagt Glasmacher.

Zudem könnten Insektensprays helfen, die Blutsauger fernzuhalten. Im letzten Test der Stiftung Warentest von Zecken- und Mückenmitteln im Jahr 2017 schnitten Anti Brumm Zecken Stopp sowie Autan Protection Plus Multi Insektenschutz und das Zeckito Classic Insektenschutz Pumpspray von Rossmann am besten ab. „Absuchen sollte man sich danach trotzdem“, rät Glasmacher, „denn solche Mittel schützen immer nur ein paar Stunden.“

Welche neuen Gefahren drohen?

Vereinzelt schon seit 2007, im vergangenen Jahr insgesamt 19 Mal in acht Bundesländern, wurde die Hyalomma-Zecke in Deutschland entdeckt, unter anderem in Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. „Sie ist sonst in Afrika und Asien verbreitet und etwa doppelt so groß wie andere hier heimische Arten“, sagt Glasmacher. „Sehr wahrscheinlich wurde sie durch Zugvögel eingeschleppt“, vermutet FLI-Expertin Silaghi.

In den Balkanstaaten, wo die Hyalomma-Zecke mittlerweile heimisch sei, habe es bereits Ausbrüche des Krim-Kongo-Fiebers gegeben. Allerdings sei in keinem der bisher in Deutschland gefundenen Tiere ein solcher Krankheitserreger nachgewiesen worden.

Auch sei unklar, ob Wetter und Temperaturen in Deutschland es der Hyalomma-Zecke überhaupt ermöglichen, sich hier langfristig anzusiedeln. „Der extreme Sommer 2018 könnte dafür verantwortlich sein, dass mehrere der Hyalomma-Zecken überlebt haben“, so Silaghi. Ob sie sich hier fortpflanzen und damit etablieren könne, müsse weiter beobachtet und untersucht werden.

Lorem

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet.

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua.

Lesen Sie weiter
So nah ist der Wolf
Die Karte zeigt das Wolfsrevier, das Ihrem Wohnort am nächsten ist - und alle Gebiete im Zeitverlauf.