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Grippe-Monitor

So verbreitet sich die Grippe im Schatten des Coronavirus

Mit der kalten Jahreszeit ist nicht nur die Gefahr einer Corona-Infektion gestiegen. Auch die Grippesaison hat bereits begonnen. Verfolgen Sie, wie viele Grippe-Fälle in der aktuellen Saison gemeldet wurden und noch werden - Woche für Woche.

Mit der kalten Jahreszeit sind die Arztpraxen überfüllt. Und diesmal ist es besonders schwer, die Symtome zu deuten: Ist es nur eine harmlose Erkältung oder sogar Covid-19? Doch auch die “echte” Grippe, die Influenza, ist hochansteckend und in schweren Fällen lebensbedrohlich. Ab der 40. Kalenderwoche bis in den Mai hinein (20. Kalenderwoche) ist Grippesaison. Dann zirkulieren auf der Nordhalbkugel für gewöhnlich verstärkt Influenza-Viren.

Zu einem Ansturm auf die Praxen und zum sprunghaften Anstieg nachgewiesener Grippefälle kam es bislang - vor Corona - meist nach dem Jahreswechsel. Die Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) rufen dann eine Grippewelle aus und erklären sie durchschnittlich nach 14 Wochen für beendet. Das Institut ist federführend bei der Beobachtung der Influenza in Deutschland, alle im Labor bestätigten Fälle müssen hier gemeldet werden.

Die Grippewelle der Saison 2019/20 begann in der zweiten Januarwoche und erreichte ihren Höhepunkt Ende Januar bis Anfang Februar. Nach elf Wochen Mitte März endete sie, als die Coronawelle in Deutschland auf ihren ersten Höhepunkt zusteuerte.

Die Grippe im Saisonverlauf seit 2008/2009

Die von den Laboren gemeldeten Fallzahlen zeigen, wann uns die Grippe erwischt. Wie schwer die jeweilige Saison wirklich verlief, zeigen erst weitere Merkmale - wie die nachträgliche Schätzung der Todesfälle infolge der Influenza.

Es erkranken alljährlich weitaus mehr Menschen an Influenza als Fälle bestätigt werden. Die gezeigten Fallzahlen basieren nur auf den Meldungen der Labore an die Gesundheitsämter, hinzu kommen Schnelltests aus Arztpraxen. Doch Ärzte entnehmen üblicherweise nur bei einem kleinen Anteil von Patienten Proben. Die Bereitschaft, im Labor auf Grippe zu testen, variiert regional und von Saison zu Saison. Und es geht auch nicht jeder zum Arzt, der unter typischen Grippesymptomen wie trockenem Reizhusten oder Kopf- und Gliederschmerzen leidet.

Bis zu jeder Fünfte fängt sich Grippevirus ein

Experten schätzen, dass während einer Grippewelle fünf bis 20 Prozent der Bevölkerung infiziert werden - zwischen 4 bis 16 Millionen Menschen in Deutschland. Nicht jeder Infizierte erkrankt aber. Laut Schätzungen der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) suchten in der Saison 2019/2020 rund 4,9 Millionen Menschen wegen Grippe den Arzt auf. Die im Labor bestätigten Fallzahlen (2019/2020: 186.626) zeigen also nur einen kleinen Ausschnitt des tatsächlichen Geschehens.

Mehr als 25.000 Grippetote in einer Saison

Laut RKI sind sie unzureichend für eine komplette Bewertung der Lage, insbesondere der regionalen Verbreitung und der Schwere einer Grippewelle im Vergleich zu den Vorjahren. Deshalb ziehen die Experten zur Bewertung der Grippesaison weitere Kriterien heran: wie die erhöhte Zahl von Arztbesuchen wegen akuter Atemwegserkrankungen oder Virusnachweise im Zentrallabor. Aus etlichen Datenquellen werden dann Schätzungen berechnet - zum Beispiel die Zahl der Grippetoten.

Und diese Werte unterscheiden sich stark von denen durch die Labore bestätigten Todesfälle. So wurden für Saison 2017/18 genau 1674 Tote durch Influenza laut Labormeldungen bestätigt. Doch nachträglich ergab sich laut RKI eine Schätzung von 25.100 Todesfällen, die auf die Grippe zurückzuführen sind - die höchste Zahl der vergangenen 30 Jahre. Zur vergangenen Saison 2019/20 lagen noch keine Hochrechnungen für ganz Deutschland vor.

Schweinegrippe als Saison-Ausreißer

Auch wenn die Laborzahlen der bestätigten Influenza-Fälle eine Saison nicht perfekt abbilden, geben sie doch gute Hinweise auf den zeitlichen Verlauf: wann es uns üblicherweise am stärksten erwischt, und wann wir mit dem Ende einer Grippewelle rechnen können. Im Saison-Vergleich der vergangenen zehn Jahre zeigt sich ein deutlicher Außreißer: 2009 war der Höhepunkt bereits im Herbst erreicht. Damals hatte ein Grippe-Virus vom Typ A H1N1 die ganze Welt im Griff - besser bekannt als Erreger der Schweinegrippe.

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